28. Feb, 2022

MotoGP 2022 Die Moto2™ nimmt es mit den Neulingen auf!

Nach einer grandiosen Pace bei den Tests ist es für Acosta Zeit, in der Moto2™ aufzusatteln - und für seine Rivalen sich zu messen...

motogp.com

 

In der Moto3™ schlug er im letzten Jahr ein, wie eine Granate. Nach dem Titel folgte der Aufstieg und vielversprechende Vorsaisontests in der Moto2™... Die Rede ist natürlich vom Wunderkind Pedro Acosta. Der amtierende Champion der Leichtgewichtsklasse hat sich von einem unglaublichen Rookie in der einen Klasse zu einem scheinbar genau so starken Rookie in der anderen entwickelt, nachdem er die Tests in Portugal dominiert hat und von Anfang an unglaublich schnell war. Wenn man bedenkt, dass Doha der Ort ist, an dem der Red Bull KTM Ajo-Fahrer letztes Jahr seine Weltmeisterschaftskarriere mit einem zweiten Platz und dann mit einem beeindruckenden Sieg aus der Boxengasse begann, wird die Nummer 51 wahrscheinlich als der Größte Konkurrent in den Lusail Grand Prix gehen.

 

Die Zwischenklasse ist jedoch in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Reifen, Taktik... es gibt normalerweise keinen Güterzug, wie er es aus der kleinen Klasse gewöhnt ist und die Rundenzeiten werdennur Bruchteile auseinander liegen. Raul Fernandez ist sicher Acostas Messlatte und es gibt keinen Grund zu glauben, dass der diesjährige Red Bull KTM Ajo-Rookie mit weniger Pace in die Saison startet. Wer ihn stoppen können?

Teamkollege Augusto Fernandez (Red Bull KTM Ajo) wird einer derjenigen sein, die es ganz gewiss versuchen werden. Mit einigen Siegen und Podiumsplätzen hat Fernandez bereits bewiesen, dass er schnell ist. Es scheint, dass der Spanier im Jahr 2021 manchmal Kompromisse eingehen und am Limit fahren musste. Das ist zwar ein Kompromiss, den jeder Fahrer eingeht, aber Fernandez wird versuchen, den Vorsprung herauszufahren, der ihn in der Vergangenheit manchmal wie ferngesteuert fahren ließ. Wird der Wechsel in das Team, das letztes Jahr dominiert hat, zu mehr Ruhm führen?

Für Sam Lowes (Elf Marc VDS Racing Team) liegt die Hoffnung auf Kontinuität - und darauf, dass er sich von seiner Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk aus der Vorsaison erholt. Der Brite hat in der letzten Saison beide Grands Prix in Lusail gewonnen, was ein gutes Omen ist, denn wenn Lowes auch eingeschränkt ist, ist der Austragungsort ein angenehmerer. Auch Tony Arbolino wird interessant zu beobachten sein, denn er geht als Lowes' neuer Teamkollege ins Rennen. Der Italiener hat schon einige Male seine Schnelligkeit unter Beweis gestellt und möchte nun einen Schritt nach vorne machen.

Die zahlreichen Podiumsplätze von Aron Canet (Flexbox HP 40) kamen sicher auch für ihn manchmal unverhoffter Dinge, aber der Spanier ist fest entschlossen, 2022 auf das oberste Treppchen zu steigen und den Titel zu holen. Er war in der Vorsaison schnell und scheint sich im Team an der Seite von Jorge Navarro gut eingelebt zu haben. Jake Dixon, der für das Inde GASGAS Aspar Team fährt, sah bei den Tests ebenfalls schnell aus, und auch sein neuer Teamkollege Albert Arenas scheint einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Celestino Vietti (Mooney VR46 Racing Team) und Ai Ogura (Idemitsu Honda Team Asia) werden versuchen, diese Entwicklung zu stoppen und einen Platz auf dem Podium anzustreben und so steigt die Anzahl an Namen derer, die 2022 für Furore sorgen könnten...

Die Amerikaner Joe Roberts (Italtrans Racing Team) und Cameron Beaubier (American Racing) sind zwei, die man im Auge behalten sollte. Letzterer scheint jetzt in der Moto2™ den Dreh raus zu haben, und auch ersterer wirkt, als hätte er sein Mojo zurückerlangt. Das könnte sich in Qatar als ernsthaftes Problem für seine Konkurrenten erweisen, denn Roberts' Form in Lusail katapultierte ihn zu seiner ersten Pole Position im Jahr 2020, die auch die erste für einen Amerikaner seit 10 Jahren war. Sein bestes Ergebnis zu dieser Zeit war ein vierter Platz. Seitdem stand er nur ein einziges Mal auf dem Podium, könnte die Bühne alsonun endlich für ihn bereitet sein?

Fermin Aldeguer (MB Conveyors Speed Up) befindet sich in gewisser Weise in einer Zwickmühle, denn der amtierende Moto2™-Europameister hat zu viele Rennen bestritten, um als Rookie eingestuft zu werden. Und dennoch hat er es noch nie zuvor mit Lusail aufgenommen. Mit seiner Erfahrung in der Klasse will er denjenigen, die in dieser Saison um den ersten Platz kämpfen, einen Schritt voraus sein...

Neben Acosta wechseln die Moto3™-Absolventen Niccolo Antonelli (Mooney VR46 Racing Team), Filip Salač (Gresini Racing Moto2), Gabriel Rodrigo (Pertamina Mandalika SAG Team) und Jeremy Alcoba (Liqui Moly Intact GP), wobei  Alessandro Zaccone (Gresini Racing Moto2) von der MotoE™ zur Moto2™ wechselt, nachdem er erfolgreich von der WorldSSP zur MotoE™ umgestiegen war. Manuel Gonzalez kommt mit dem Yamaha VR46 Master Camp Team direkt von der WorldSSP in die Moto2™. Er wird an der Seite von Keminth Kubo fahren – thailändische Fahrer kommt ursprünglich aus der Moto2™ Europameisterschaft.

Bei American Racing wagte Sean Dylan Kelly den Sprung aus der Supersport-Meisterschaft in seiner Heimat USA in die WM, wobei Zonta van den Goorbergh einen noch gewaltigeren Schritt macht, denn der Niederländer wechselt von der Moto3™ Junioren WM in die Moto2™ Weltmeisterschaft. Die Bandbreite an spannenden Lebensläufen und Fahrern wird im Jahr 2022 auf jeden Fall für einige interessante Anekdoten sorgen, aber kann irgendjemand auch nur annähernd Acostas Beispiel folgen?

Die Scheinwerder richten sich am Sonntag um 16:20 Uhr (GMT +3) auf die Moto2™. Schaltet unbedingt ein, wenn die einzigartige Mischung aus Tempo und Action in der Wüste den Siedepunkt erreicht. Acosta hat eine weitere Chance, Geschichte zu schreiben, und der Rest des Feldes versucht, sich ihm in den Weg zu stellen...