6. Feb, 2022

MotoGP 2022 Test MotoGP Sepang Test - February

Bastianini schlägt mit Sepang-Bestzeit an Tag 2 zurück

motogp.com

Der zweitägige offizielle MotoGP™ Sepang Test ist zu Ende und Enea Bastianini (Gresini Racing MotoGP™) ist der schnellste Fahrer, der jemals eine Runde auf der malaysischen Strecke gefahren ist. 'La Bestia' fuhr am zweiten Tag eine 1:58.131 und schlug damit Aleix Espargaro (Aprilia Racing) um nur 0,026 Sekunden, während die Top 18 Fahrer nur 0,8 Sekunden auseinander lagen.

Sehr starker Regen am Nachmittag unterbrach die Action in Sepang, wodurch die Werke am Morgen nur wenige Stunden Zeit hatten, ihre Testprogramme fortzusetzen. Einige Fahrer wagten sich bei nassen Bedingungen dennoch auf die Strecke, doch wie zu erwarten war, blieben die Zeitwertungen im Vergleich zu den ersten schnellen Runden unverändert.  

Testen ist jedoch mehr als nur das, was uns die Zeitanzeigen signalisieren. An den beiden Tagen in Sepang wurden viele neue Teile vorgestellt. Werfen wir also einen Blick darauf, wie sich die einzelnen Werke geschlagen haben...
DUCATI:

Bastianini war die beste Ducati an Tag 2 - auf der GP21 - womit er die Dominanz von Aprilia vom Samstag beendete. Jorge Martin (Pramac Racing), der Fahrer, der Bastianini in der letzten Saison im Kampf um den Titel des 'Rookie of the Year' geschlagen hatte, machte ebenfalls einen Sprung nach oben in der Zeitenliste - der Spanier wurde Dritter und lag nur 0,112 Sekunden hinter der Spitze. Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team) machte am Sonntag einen großen Sprung nach vorne und wurde Sechster, 0,134 Sekunden hinter Bastianini, während Johann Zarco (Pramac Racing) Neunter wurde. Jack Miller (Ducati Lenovo Team) kam auf P14.

Bei den Rookies setzte sich Marco Bezzecchi (Mooney VR46 Racing Team) trotz eines Sturzes einmal mehr an die Spitze. Etwas mehr als eine halbe Sekunde Rückstand auf die schnellste jemals gefahrene Runde auf der Strecke ist schon eine Leistung an sich, und so beendet die Nummer 72 den Test auf P16. Teamkollege Luca Marini hatte ebenfalls einen guten Tag und beendete das den Test auf P11. Fabio Di Giannantonio (Gresini Racing MotoGP™) lag auf P20. Die Nummer 49 hatte zwei Tage des Shakedowns verpasst, war aber dennoch in der Lage, bis auf 1,066 Sekunden an die Bestzeit seines Teamkollegen heranzukommen.

MotoGP™-Pitlane-Reporter Simon Crafar berichtete von einer Sorge, die ihm Ducati Lenovo Team Manager Davide Tardozzi mitgeteilt hatte: die Gasannahme und die Fahrbarkeit. Der neue Motor hat die Höchstgeschwindigkeit erhöht und in Jerez war das Feedback durchweg positiv, aber Sepang hat gezeigt, dass es noch Spielraum für Verbesserungen gibt. Martin, der seine zweite Saison beginnt, hat das eher positiv betrachtet, indem er noch viel Spielraum sieht, um das neue Motorrad zu verbessern.

Die GP22-Maschinen scheinen sich jedoch mit der neuen Aerodynamik und dem aktualisierten Lufteinlass arrangiert zu haben, und die aktualisierte Vorrichtung für die Fahrzeughöhe sorgt weiterhin für Furore, da Borgo Panigale weiterhin die Grenzen der Innovation verschiebt.
APRILIA:

Nach einer fantastischen Doppelführung am ersten Tag beendete Aprilia den Sepang-Test dank der Bemühungen von Aleix Espargaro und Maverick Viñales (Aprilia Racing) auf den Plätzen 2 und 5. Die neue 2022er-Maschine - die mit vielen kleinen Updates aufwartet - wurde von beiden Fahrern sehr gut angenommen. Aleix Espargaro lobte die Verbesserungen beim Einlenken und bei der Kurvengeschwindigkeit, der Spanier ist jedoch noch unentschlossen, welches Chassis das beste ist.

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Ein sehr glücklicher Technischer Direktor, Romano Albesiano, erklärte, dass die längeren Runs von Aprilia beim Sepang-Test, zu denen auch ein 12-Runden-Run für Espargaro gehörte, dazu dienten, "die Temperatur der funktionierenden Komponenten zu messen" und nicht zu sehen, wie schnell Espargaro und Viñales fahren können. Wie auch immer man die Dinge im Noale-Lager betrachten mag, sie sind 2022 mit dem besten Fuß aufgestanden. Sowohl Espargaro als auch Viñales - der den Test als Fünfter beendete - sind innerhalb von 0,130 Sekunden von Bastianinis schnellster Zeit entfernt, so dass drei weitere Tage in Mandalika genug Zeit sein sollten, um alle verbleibenden Probleme vor dem Qatar GP auszubügeln. Ein großes Lob an Aprilia bis jetzt!
SUZUKI:

Suzuki bestätigte, dass sie "den Motor deutlich verbessert" haben, was für das Werk aus Hamamatsu ein wirklich entscheidender Faktor war, da sie, wie auch Yamaha, versuchen, die Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen, ohne dabei Kompromisse einzugehen. Die Rückmeldungen zu den Aero- und Chassis-Updates waren eher gemischt, aber es gab dennoch viele gute Nachrichten.
Alex Rins (Team Suzuki Ecstar) war wieder einmal der schnellste Suzuki-Pilot und hatte mit weniger als anderthalb Zehnteln Rückstand auf die Spitze den vierten Platz verbuchen können. Der MotoGP™-Champion von 2020, Joan Mir, lag auf P12 immer noch innerhalb von vier Zehnteln zu Bastianini. Mir hatte am zweiten Tag einen kleinen Sturz in Kurve 15.
YAMAHA:

Yamaha und sein YZR-M1-Motor. Er ist schon seit ein paar Jahren ein großes Gesprächsthema und nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2021 forderten Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP™) und sein Team mehr Top-Speed. Nach dem Test scheint es dennoch nicht das Ergebnis zu sein, welches Yamaha sich erhofft hatte. Obwohl es einen kleinen Schritt gegeben hat, haben sowohl Quartararo als auch Teammanager Maio Meregalli erklärt, dass sie eine größere Verbesserung erwartet haben, weshalb sie sich stark auf andere Bereiche konzentrieren - hauptsächlich auf die Aerodynamik - um das Beste aus der aktualisierten YZR-M1 herauszuholen.

"Wir haben keine Revolution erreicht, aber wir haben versucht, das Motorrad zu verbessern, das wir letztes Jahr benutzt haben und wir haben uns hauptsächlich auf die Aerodynamik konzentriert. Wir haben angefangen, zwei Chassis zu vergleichen und meiner Meinung nach wird der 'echte Test' in Mandalika sein, wo die Fahrer ihren Speed und ihr Vertrauen zurück gewinnen", sagte Meregalli zu Jack Appleyard und Simon Crafar in Sepang. "Dort werden wir drei Tage lang arbeiten und alle Dinge testen, die wir hier getestet haben. Eine Entscheidung darüber zu treffen, in welche Richtung wir gehen können, ist noch zu früh, daher ziehen wir vor, in einer Woche zu schauen, um einen besseren Überblick darüber zu haben, was besser funktioniert und was nicht."

"Wir teilen seine (Quartararos) Sichtweise. Wir alle erwarten eine größere Verbesserung, sie haben einen kleinen Schritt gemacht, aber wir erwarten mehr, wobei wir während der Saison an dem neuen Motor nicht weiter arbeiten können, weil er versiegelt sein wird, aber es gibt andere Bereiche, die wir weiter entwickeln können. Hier haben wir zum Beispiel einige Ergebnisse bei der Veränderung der Aerodynamik erzielt, und das wird sicherlich ein Bereich sein, den wir weiter erforschen müssen."

Binder konnte am Nachmittag des zweiten Tages einige Runden bei nassem Wetter drehen und war am Ende 1,7 Sekunden von der Bestzeit des Tests entfernt. Eine sehr respektable Leistung des Südafrikaners, der nun noch drei Tage Zeit hat, sich in Mandalika mit seinem neuen Motorrad vertraut zu machen.
HONDA:

Die Arbeit an der komplett neuen RC213V wurde am zweiten Tag für das HRC-Quartett bestehend aus Marc Marquez, Repsol Honda-Teamkollege Pol Espargaro, Takaaki Nakagami (LCR Honda Idemitsu) und Alex Marquez (LCR Honda Castrol) fortgesetzt, wobei die berühmte Nummer 93 den Test als schnellster Honda-Fahrer beendete.

Nach seiner Rückkehr beendete Marc Marquez den Sepang-Test mit einer Zeit von 1:58,332 Minuten und belegte damit den achten Platz in der Gesamtwertung, nachdem der Spanier wichtige 101 Runden zurückgelegt hatte. Das neue Motorrad ist eine "große Veränderung" im Vergleich zur vorherigen RC213V und Marc Marquez gab zu, dass er Zeit braucht, um die Grenzen der neuen Maschine zu finden. Er verriet am Ende von Tag 1 "sehr müde" gewesen zu sein. Allerdings fühlte er sich mit dem Honda-Paket gut. Zwei Stürze am ersten Tag haben seine Vorbereitungen auf die neue Saison nicht beeinträchtigt, und die kommenden drei Tage in Indonesien werden für den achtfachen Champion sicher entscheidend sein.

Pol Espargaro schlich sich mit einer 1:58,420 in die Top 10 und war damit nur ein paar Zehntel von der Bestzeit entfernt. Auch Nakagami - der am zweiten Tag stürzte - und Alex Marquez blieben im Bereich von 1:58. Alle drei Fahrer haben die 2022 RC213V von Anfang an in Sepang getestet und die Zeichen aus dem Lager des japanischen Herstellers sind positiv. Der Teammanager von Repsol Honda bezeichnete diesen Test als den besten, den sie je hatten, aber laut seinen Aussagen liegt auch noch ein langer Weg mit diesem Motorrad vor ihnen.

Für KTM war es ein eher gedämpfter Test, aber der neue Red Bull KTM Factory Racing Team Manager Francesco Guidotti sagte, dass der Fokus jetzt, nach einem schwierigeren Jahr 2021, darauf liegt, eine gute Basis für den Beginn der Saison zu bekommen, von der aus sich das österreichische Werk dann weiter entwickeln kann. Guidotti sagte, man habe eine Menge Arbeit vor sich und eine Menge neuer Teile, aber auch eine Menge von 2021, die man besser bewerten könne. Einige Teile waren "viel besser als erwartet" und einige Dinge "so-so", so der Italiener.

Miguel Oliveira (Red Bull KTM Factory Racing) war mit P15 der schnellste des Mattighofener Rennstalls, lag aber immer noch innerhalb von 0,570 von der schnellsten jemals gefahrenen Runde entfernt. Brad Binder lag nur ein paar Plätze und ein paar Zehntel hinter seinem Teamkollegen. Bei den Rookies war Raul Fernandez (Tech 3 KTM Factory Racing) direkt hinter Brad Binder und kam auf eine 1:59.180, 0,164 hinter dem Südafrikaner. Der Moto2™-Champion von 2021, Remy Gardner, der nach seinem im Training erlittenen Handgelenksbruch immer noch an der Schmerzgrenze kämpft, fuhr eine beste Runde von 1:59.348.

Das war's also aus Sepang! Das Fahrerlager reist nun weiter nach Indonesien zum Pertamina Mandalika Circuit, wo am 11., 12. und 13. Februar ein dreitägiger offizieller Test stattfindet.

Top 10 kombiniert:
1. Enea Bastianini (Gresini Racing MotoGP™) - 1:58.131
2. Aleix Espargaro (Aprilia Racing) + 0,026
3. Jorge Martin (Pramac Racing) + 0,112
4. Alex Rins (Team Suzuki Ecstar) + 0,130
5. Maverick Viñales (Aprilia Racing) + 0,130
6. Francesco Bagnaia (Ducati Lenovo Team) + 0,134
7. Fabio Quartararo (Monster Energy Yamaha MotoGP™) + 0,182
8. Marc Marquez (Repsol Honda Team) + 0,201
9. Johann Zarco (Pramac Racing) + 0,282
10. Pol Espargaro (Repsol Honda Team) + 0,289