15. Mai, 2021

SHARK Grand Prix de France 14 Mai - 16 Mai

Garcia triumphiert in einem tückischen Moto3™-Rennen

motogp.com

Nach jeder Menge Stürzen und Dramen, holten sich Salac und Rossi ihre ersten GP-Podestplätze auf einer abtrocknenden Strecke in Le Mans

Eine meisterhafte Leistung von Sergio Garcia vom Gaviota GASGAS Aspar Team in einem feuchten und sturzreichen Moto3™-Rennen beim SHARK Grand Prix von Frankreich brachte dem Spanier seinen zweiten Karrieresieg ein. Auf einer abtrocknenden Strecke in Le Mans sicherte sich Filip Salac (Rivacold Snipers Team) sein erstes Grand-Prix-Podium mit einem fantastischen P2, während Riccardo Rossi (BOE Owlride) zum ersten Mal als Dritter auf dem Podium stand.

Polesitter Andrea Migno (Rivacold Snipers Team) hatte einen guten Start und führte in Kurve 1, wobei das Feld in Runde 1 auf Zehenspitzen in die sehr schwierige Kurve 3 einbog. Migno ging jedoch in der Schikane weit, was es Jaume Masia (Red Bull) KTM Ajo) ermöglichte, die Führung zu übernehmen, bevor sich Niccolo Antonelli (Avintia Esponsorama Moto3) dann den Staffelstab schnappte. Für beide Fahrer folgte jedoch großes Drama... In Runde 1, Kurve 14, fiel Antonelli als Zweiter in der Meisterschaft aus. In der folgenden Runde stürzte auch Masia, der zuvor auf Platz 4 abgerutscht war, aus nahezu identische Weise.

Jeremy Alcoba (Indonesian Racing Gresini Moto3) und Tatsuki Suzuki (SIC58 Squadra Corse) waren zwei weitere frühe Crasher im französischen GP. Nach einem schnellen Start von P21 war Pedro Acosta (Red Bull KTM Ajo) in Kurve 3 am Boden, aber der Spanier konnte sich an seiner Maschine festhalten und weiterfahren. Er reihte sich auf Position 21 wieder ein, als das Rennen auch für Gabriel Rodrigo (Indonesian Racing Gresini Moto3) frühzeitig zu Ende ging. Es herrschten offensichtlich sehr rutschige Bedingungen in Le Mans...

Während sich weiter hinten immer mehr Drama entfaltete, setzten sich zwei Fahrer an der Spitze ab: Garcia und Salac. In Runde fünf hatte das Duo einen Vorsprung von vier Sekunden auf den dritten Platz von Ricardo Rossi, der seinerseits eine Sekunde schneller fuhr, als seine Verfolger, zu denen auch Ayumu Sasaki (Red Bull KTM Tech3) und John McPhee (Petronas Sprinta Racing) zählten. Letzterer lag über 10 Sekunden vor Teamkollege Darryn Binder auf P6.

Die Sonne brach durch die Wolken über Le Mans und trocknete die Strecke immer weiter auf. Garcia fuhr in Runde 8 die schnellste Runde des Rennens, eine 1: 56.202, als ein weiterer Titeljäger stürzte. Binder flog in typischer Turn-3 Manier über das Vorderrad ab. Der Südafrikaner konnte zwar weiterfahren, lag dann aber auf P21 und 14 Sekunden hinter dem 20. Platz von Lorenzo Fellon (SIC58 Squadra Corse). Acosta hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf P12 zurückgekämpft.

An der Spitze hatte Garcia in Runde 10 bereits 1,6 Sekunden Vorsprung vor Salac. Rossi verzeichnete 5,7 Sekunden Rückstand auf den tschechischen Fahrer, hielt sich aber solide auf seinem dritten Platz. Der Italiener hatte wiederum einen guten Vorsprung von drei Sekunden auf Sasaki und McPhee, aber es war noch ein langer Weg bis ins Ziel. Im intensiven Kampf um P6 führte Adrian Fernandez (Sterilgarda Max Racing Team) vor Xavier Artigas (Leopard Racing) - zwei Rookies, die unter den herausfordernden Bedingungen gut ablieferten.

Zur Halbzeit fuhr Salac nun die schnellste Runde und lag wieder weniger einer Sekunde hinter dem Führenden Garcia. Eine 1:54.709  von Salac reduzierte den Abstand auf nur sechs Zehntel und als eine Runde später Garcia in Kurve 8 weit ging, schob sich Salac auf P1. Dies blieb aber nicht lange der Fall, denn Garcia schnappte sich neun Runden vor Schluss den ersten Platz auf der Geraden zurück.

Die Strecke trocknete immer weiter ab, sodass sich das Tempo enorm erhöhte. Weiter hinten hatte sich Acosta gekonnt auf den achten Platz zurückgearbeitet und versuchte, die Lücke von fünf Sekunden zu Fernandez und Artigas zu schließen. Rossi, der wusste, dass Sasaki und McPhee auf der Jagd nach ihm waren, fuhr in Runde 16 die schnellste Runde des Rennens - eine 1: 53.568.

McPhee entschied sich für Kurve 3, um den ehemaligen Teamkollegen Sasaki sechs Runden vor Schluss zu überholen, und war in derselben Runde der erste Fahrer, der in die 1:52er Zeiten  eintauchte. McPhee hatte Rossi und ein Podium im Visier, aber in Kurve 8 ging der Fahrer mit der Nummer 17 zu weit. Vier Runden vor Schluss betrug der Abstand zwischen Rossi und McPhee 2,5 Sekunden. An der Spitze fuhr Salac seine persönliche Bestzeit, um den Druck auf Garcia aufrechtzuerhalten. Der Rückstand lag bei 1,5 Sekunden, allerdings waren nur noch drei Runden zu fahren...

Im Kampf um den letzten Podiumsplatz schloss McPhee zu Rossi auf, aber der Abstand betrug noch immer etwas mehr als eine Sekunde. Garcia fuhr in der vorletzten Runde eine persönliche Bestzeit, was seinen Vorsprung auf den jungen Tschechen wieder zwei Sekunden erhöhte. McPhee fuhr unglaubliche 1,1 Sekunden schneller als Rossi, doch der hielt dagegen.

Zu diesem Zeitpunkt bog Garcia nach einem fehlerfreien Rennen in die letzte Kurve ein, um sein zweites Moto3™-Rennen zu gewinnen. Salac beendete das Rennen mit 2,3 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz, um sein erstes WM-Podium zu feiern. Rossi fuhr in der letzten Runde die schnellste Zeit des Rennens, um einen hartnäckigen McPhee abzuwehren und ebenfalls zum ersten Mal auch auf einem Grand-Prix-Podium zu stehen. Dies war eine fantastische Leistung des Italieners, dessen bisher bestes Ergebnis ein P11 war. Für McPhee ist P4 nach einem desaströsen Start ins Jahr 2021 ein dringend benötigtes Ergebnis, und auch Sasaki war sichtlich zufrieden mit seinem fünften Platz.

Die Rookies Fernandez und Artigas produzierten eine brillante Show im Kampf um P5 und P6. Nach dem Sturz und dem 21. Startplatz ist P8 für Acosta eine weitere sensationelle Leistung. Nachdem einige seiner Rivalen gestürzt sind, liegt der Vorsprung von Acosta in der Weltmeisterschaft nach fünf Rennen bei 54 Punkten - unglaublich. Deniz Öncü (Red Bull KTM Tech3) hatte ein atemberaubendes Tempo gegen Ende des Rennens und schaffte es, sich von P15 auf P9 zu kämpfen, wo er vor Romano Fenati (Sterilgarda Max Racing Team) auf Position zehn ins Ziel kam.

Migno hatte unter den schwierigen Bedingungen nicht das Tempo der Spitzenreiter und rutschte auf Platz 11 ab, kurz vor Ryusei Yamanaka und Jason Dupasquier von CarXpert PrüstelGP. Der amtierende FIM CEV Repsol Moto3™ Junioren-Weltmeister Izan Guevara (Gaviota GASGAS Aspar Team) und Andi Izdihar (Honda Team Asia) holten die letzten Punkte im Le Mans Rennen.

Es war vielleicht nicht der übliche Moto3™-Thriller, den wir gewohnt sind, aber es war eine weitere spannende und dramatische Begegnung der Leichtgewichtsklasse. Garcias Sieg bringt ihn auf Platz P2 in der Gesamtwertung. Der Spanier ist jetzt der engste Herausforderer von Acosta, während sich das Fahrerfeld auf das nächste Date mit Mugello freut.

Top 10:
1. Sergio Garcia (Gaviota GASGAS Aspar Team)
2. Filip Salac (Rivacold Snipers Team) + 2.349
3. Riccardo Rossi (BOE Owlride) + 5.589
4. John McPhee (Petronas Sprinta Racing) + 7.158
5. Ayumu Sasaki (Red Bull KTM Tech3) + 14.882
6. Adrian Fernandez (Sterilgarda Max Racing Team) + 27.279
7. Xavier Artigas (Leopard Racing) + 27.408
8. Pedro Acosta (Red Bull KTM Ajo) + 29.880
9. Deniz Öncü (Red Bull KTM Tech3) + 35.098
10. Romano Fenati (Sterilgarda Max Racing Team) + 36.616