25. Feb, 2020

WSBK Test auf Phillip Island

Rea schlägt Baz, als der offizielle Test auf Phillip Island spannend endet,

wsbk.com

Der Nordire wehrte sich und ging an die Spitze, während die Top-17-Fahrer nur 1,5 Sekunden Abstand haben

Der letzte Test vor der Saison für die MOTUL FIM Superbike-Weltmeisterschaft 2020 ist zu Ende und die Action war sehr eng, genau richtig, um den Saisonauftakt zu starten. Der spektakuläre Phillip Island Grand Prix Circuit  brachte nasses Wetter mit sich, während es zahlreiche Stürze und rote Flaggen gab, darunter Stürze für Jonathan Rea (Kawasaki Racing Team WorldSBK), Scott Redding (ARUBA.IT Racing - Ducati) und Alvaro Bautista (Team HRC). Trotz des Sturzes war es Rea, der die Privatfahrer-Sensation Loris Baz (Ten Kate Racing Yamaha) vor dem ersten Rennen an der Spitze schlug.

Jonathan Rea, der sich den Weg ins Wochenende ebnete, rückte an die Spitzenposition vor und fuhr am Morgen eine starke Rundenzeit von 1'30.448. Der Mann aus Ulster absolvierte heute Longruns und zeigte seine Fähigkeit, gut zu arbeiten und auf den ersten Platz zurückzukehren. Sein Tag verlief jedoch nicht ohne Zwischenfälle und er war einer von wenigen Fahrern, die in Kurve 4 stürzten. Er blieb unverletzt und das Motorrad praktisch unbeschädigt. Alex Lowes (Kawasaki Racing Team WorldSBK), der an der Fahrer im KRT-Team, lag allerdings nur auf dem 12. Platz, stürzte am Morgen in Kurve 6 und hat vor dem Rennwochenende noch viel Arbeit.

Loris Baz schwenkte erneut die Flagge der Privatteams, als der Franzose bei den Tests vor der Saison weiterhin schnell war und sich auf dem zweiten Rang platzierte. Was für Baz beeindruckend ist, ist, dass er den 2020-Motor noch nicht verwendet hat. Seine Pace erreicht er also ausschließlich mit dem 2019-Motor. Er erwartet sich für den Freitag einen großen Schritt nach vorne und seine Racepace sieht bereits stark aus. Eine weitere private Überraschung in den Top Ten war Michael Ruben Rinaldi (Team GOELEVEN) als Achter.

Scott Redding konnte die Rundenzeit trotz des uneinheitlicheren Wetters zu Beginn des Tages erheblich verbessern. Der WorldSBK-Rookie schaffte es, in den 1:30er Bereich zu gelangen, als er die Balance seines Motorrads perfektionierte. Redding lernt immer noch den Qualifier-Reifen und strebt an, zu Beginn des Wochenendes die richtige Pace zu haben. Sein Teamkollege Chaz Davies (ARUBA.IT Racing - Ducati) hatte Mühe, mit seinem Rookie-Teamkollegen Schritt zu halten, arbeitete aber trotzdem weiter. Redding wurde Sechster, während Davies in der kombinierte Zeitenkiste auf Platz elf steht.

Der Weltmeister von 2013, Tom Sykes (BMW Motorrad WorldSBK Team), führte die BMW-Kamoagne an und konnte weiterhin an der Spitze glänzen. Nachdem Sykes 2019 in den Rennen mit dem Grip am Hinterrad zu kämpfen hatte, kann er sich nun länger in den 1'31er Zeiten aufhalten. Er hat an der Balance des Motorrads gearbeitet und gleichzeitig einen neuen Stoßdämpfer verwendet, was ihn auf den dritten Platz brachte. Sein Teamkollege Eugene Laverty (BMW Motorrad WorldSBK Team) hat seine Arbeit an der Schwinge- und am Fahrwerk abgeschlossen und konzentriert sich nun auf die Elektronik. Er wurde Neunter.

Nachdem das Pata Yamaha WorldSBK Official Team am ersten Tag noch an der Spitze des Feldes lag, sah der zweite Tag etwas anders aus. Toprak Razgatlioglu konnte, unter den schwierigen Bedingungen, sein Tempo vom ersten Tag nicht wiederholen, sondern konzentrierte sich darauf, eine gute Rennpace zu erreichen und nicht nur eine schnelle einzelne Runde zu fahren. Seine Fähigkeit, mit dem Q-Reifen eine starke Rundenzeit zu fahren, bestätigt jedoch die Fortschritte, die er in der Vorsaison in Bezug auf die Tissot Superpole gemacht hat. Michael van der Mark stürzte am Morgen in Kurve 10, war aber in Ordnung. Der Niederländer fuhr am Montag keine schnelle Zeit, fuhr aber hintereinander 15 Runden in den 1'31er Zeiten und zeigte damit ein gutes Renntempo. Toprak wurde Vierter, van der Mark Siebter.

"Pocket Rocket" Leon Haslam (Team HRC) war erneut unter den ersten sechs und brachte somit alle sechs Hersteller erneut in das obere halbe Dutzend. Seine Rundenzeit von 1'30.882 war genau richtig für seine Rennpace aus dem letzten Jahr, daher sind dies bereits vielversprechende Ergebnisse für Honda und ihre neue CBR1000RR-R. Auf der anderen Seite der Box war Alvaro Bautista nicht an der Spitze dabei und ging am Morgen in Kurve 4 zu Boden. Er liegt jedoch in den Top Ten, was vor dem Wochenende ein wichtiger Schritt ist.

Sandro Cortese (OUTDO Kawasaki - TPR) lag knapp außerhalb der Top Ten auf Platz 13, 0,005 Sekunden hinter Lowes. Cortese beeindruckte, da dies sein erster Test auf der ZX-10RR war. Hinter Cortese auf Platz 14 kehrte der Spanier Xavi Fores (Kawasaki Puccetti Racing) zurück, während Maximilian Scheib (ORELAC Racing VerdNatura) auf Platz 15 weiter beeindruckte. Er lag knapp vor Garrett Gerloff (GRT Yamaha WorldSBK Junior Team) und seinem Teamkollegen Federico Caricasulo, während Leon Camier (Barni Racing Team) und Takumi Takahashi (MIE Racing Althea Honda Team) knapp dahinter lagen. Insgesamt waren die Top 17 nur 1,5 Sekunden auseinander.