30. Jun, 2019

Motul TT Assen 28 Jun - 30 Jun Moto2

Ein niederländisches Drama! Die Führenden der Moto2™ Meisterschaft crashen raus!Dramatischer Debütsieg für Fernandez

Photos Mario Böttger Maik Manter Text motogp

Marquez und Baldassari stürzen beide im vorletzten Rundengefecht auf dem TT Circuit Assen

Der Spanier nutzte die Vorteile der beiden WM-Protagonisten Alex Marquez und Lorenzo Baldassarri, die gemeinsam aus der Führung stürzten
Augusto Fernandez von FlexBox HP40 feierte beim Motul TT Assen unter dramatischsten Umständen seinen ersten Grand-Prix-Sieg, nachdem Teamkollege Lorenzo Baldassarri den Tabellenführer Alex Marquez (EG 0,0 Marc VDS) mit zwei verbleibenden Runden abräumte. Dem Spanier gelang es, dem Chaos zu entkommen und die Ziellinie in einem der besten Moto2™ -Rennen der Saison als erster zu überqueren.
Brad Binder von Red Bull KTM Ajo schloss die Lücke und wehrte das Interesse von hinten ab, was bedeutete, dass KTM 2019 zum ersten Mal eine Runde in der Moto2™ führte. Poleman Remy Gardner (ONEXOX TKKR SAG Team) hatte nicht den besten Start, fuhr aber in Runde 2 die schnellste Zeit des Rennens und rückte auf den zweiten Platz vor. Dann erlebte der Australier am Ende von Kurve 5 einen heiklen Moment und rutschte infolgedessen auf den fünften Rang zurück. Währenddessen waren Sam Lowes (Federal Oil Gresini) und Xavi Vierge (EG 0,0 Marc VDS) hinter Binder. In Runde sieben würde Lowes Binder die Führung abnehmen, doch ein kleiner Fehler erlaubte es Binder und Vierge, eine Lücke herauszufahren. Das ermöglichte es Fernandez, mit dem dritten Platz in den Kampf  um die Führung einzusteigen.
Das Rennen ähnelte sehr einem der Moto3™-Kategorie, bei dem nicht weniger als neun Fahrer die Spitzengruppe bildeten und bei jeder sich bietenden Gelegenheit hitzige Manöver gefahren wurden. Zehn Runden verstrichen, und der Pole-Mann Gardner machte in Kurve 4 einen großen Fehler und rutschte auf den zwölften Platz ab, bevor sein Rennen auf derselben Runde in der Geert Timmer-Schikane plötzlich zu Ende ging, als sich sein Vorderrad einklappte und er im Kies landete. Nur zwei Runden später fiel ein weiterer Konkurrent aus - Lowes verhedderte sich an gleicher Stelle mit Jorge Martin von Red Bull KTM Ajo. Nach einem enttäuschenden Wochenende stürzte in derselben Runde auch Titelanwärter Jorge Navarro (Beta Tools Speed ​​Up) ab. Anschließend stürzte Martin ausfallen. So langsam entwickelte sich das Rennen zu einem Sturzfestival.
Neun hektische Runden blieben übrig, als sich Binder anfing abzusetzen. Der Südafrikaner hatte mehr als eine Sekunde Vorsprung, aber Meisterschaftsführer Marquez ließ ihn nicht entkommen. In nur zwei Runden schloss Marquez zu ihm auf und es schien, als sei er der neue Favorit im Kampf um seinen vierten Sieg. Durch den EG 0,0 Marc VDS-Fahrer zog sich jedoch auch das FlexBox HP40-Paar Baldassarri und Fernandez heran, was bedeutete, dass wir in der Schlussphase mit einem Acht-Mann-Kampf um den Sieg belohnt würden. Dahinter ging Vierge in der Ausfahrt von Kurve 5 zu Boden und riss Enea Bastianini vom Italtrans Racing Team in einem beängstigenden Crash mit sich.
Mit noch zwei verbleibenden Runden, entwickelte sich der das Rennen jedoch in eine ganz andere Richtung. Nachdem Binder bereits von Marquez als Führender des Rennens abgelöst wurde, versuchte sein Landsmann Baldassarri, sich in Kurve 4 vorbeizudrängen, wobei sich sein Vordere einklappte. Dies hatte auch den Sturz von Marquez zur Folge. Ein wütender Alex Marquez beschimpfte den Italiener heftigst im Kiesbett, während Fernandez die Führung übernahm. Der 21-Jährige sah als Erster die Zielflagge und feierte damit seinen Debütsieg. Zum ersten Mal in dieser Saison gesellten sich Brad Binder und Luca Marini vom SKY Racing Team VR46 auf das Podium.
Thomas Lüthi von Dynavolt Intact GP kam als Vierter über die Ziellinie und nach den Nullern für Marquez, Baldassarri und Navarro wird der Schweizer als neuer Moto2™ -WM-Führender auf den Sachsenring reisen - sechs Punkte vor Marquez.
Tetsuta Nagashima vom ONEXOX TKKR SAG Team fuhr auf Rang fünf vor Andrea Locatelli (Team Italtrans Racing) und Stefano Manzi (MV Agusta Idealavoro Forward), die sich vom letzten Platz in der Startaufstellung durchsetzten, um das beste Ergebnis von MV Agusta zu holen seit der Rückkehr des Werks in den Grand Prix-Rennsport. Abgerundet wurden die Top 10 von Marcel Schrötter (Dynavolt Intact GP), Dominique Aegerter (MV Agusta Idealavoro Forward) und Marco Bezzecchi (Red Bull KTM Tech 3).

Nach einem atemberaubenden Moto2™ -Rennen müssen wir zum Glück nur noch sieben Tage warten, bis die Zwischenklasse wieder in den Krieg zieht. Lüthi ist der dritte Mann, der 2019 die Titeljagd anführt. Kann er in Deutschland daran festhalten  und Marquez und Baldassarri in Schach halten?